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Samstag, 21. November 2026

To the Other Side – Auf die andere Seite

Ansingprobe des Nefesch-Vokalensembles

Anfang 1945, auf der Höhe des Krieges, suchte der ungarische Komponist Zoltán Kodály Schutz vor dem Bombenhagel im Keller des Opernhauses. Ihm war klar: demgegenüber, was gerade draußen tobte, war er vollkommen machtlos. Doch statt der Verzweiflung anheimzufallen beschloss er, sich stattdessen dem Erschaffen neuer Musik zu widmen. Aus der Asche eines brutalen Krieges entstieg Kodálys Missa Brevis, ein Zeichen der Hoffnung in einer der düstersten Perioden europäischer Geschichte.

Kodálys Gegenentwurf zur Verzweiflung ist nur eins von vielen Beispielen, wie wir mit dem Leben und all seinen Herausforderungen umgehen können. Woher nehmen wir den Mut, weiterzumachen? Woher die Hoffnung, dass wir eines Tages die Hindernisse überwinden werden, die uns jetzt den Weg versperren? An wen wenden wir uns, wenn wir Unterstützung in schweren Zeiten brauchen, und wie kann diese Unterstützung aussehen? Dies sind einige der Fragen, die wir in unserem Konzert To the Other Side ausloten möchten.

Plakat des Konzerts „To the Other Side – Auf die andere Seite“ in Langenfeld

Wir können von einer besseren Zukunft träumen, frei von den Sorgen, die uns heute Kopfzerbrechen bereiten (Distler Ich wollt, dass ich daheime wär). Vielleicht ruft man auch eine höhere Macht um Hilfe an (Griffith Ave Maria), oder sucht nach Hoffnung an den unwahrscheinlichsten Orten (Poulenc O Magnum Mysterium). Eventuell akzeptieren wir gar unser Leiden und vertrauen darauf, dass es vorübergehen wird (Distler In der Welt habt ihr Angst). Und manchmal ist alles, was man braucht, eine besänftigende Stimme, die einen ermutigt, durchzuhalten: Bald bricht der nächste Morgen an und alles wird besser (Mvula Sing to the Moon).

Leiden ist ein unvermeidbarer Teil des Menschseins. Doch damit konfrontiert zu werden, kann uns auch zeigen, wo wir in der Lage sind, selbstbestimmt zu handeln. Denn auch wenn wir keinen Einfluss darauf haben, was uns zustößt: Was an uns liegt, ist die Entscheidung, wie wir damit umgehen – und damit auch, wie wir unseren Weg hindurch auf die andere Seite finden.

Ausführende:
Matthias Krella (Orgel)
Nefesch-Vokalensemble
Leitung: John William Griffith II

19:00 Uhr
St. Josef, Solinger Straße 19, 40764 Langenfeld (Immigrath)

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